Beruflicher Hintergrund
Ich arbeitete 25 Jahre lang als Justizhauptwachtmeister am Landgericht Mönchengladbach. Meine Hauptaufgaben bestanden darin, Gefangene vor den Richter zu führen und für Ordnung und Sicherheit im Gerichtsgebäude zu sorgen. Zehn Jahre davon war ich als Trainingsleiter für Polizei und Justizbeamt:innen im Bereich der Eigen- und Fremdsicherung tätig.
Persönliche Prägung durch die Arbeit
Was mich in dieser Zeit besonders geprägt hat, war die unmittelbare Begegnung mit den unterschiedlichsten Facetten menschlichen Verhaltens und Erlebens – sowohl im Kontakt mit Menschen, die Gewalt ausgeübt haben, als auch mit Menschen, die Gewalt erlebt haben. Besonders eindrücklich war für mich, wie nah beieinander Schuld und Leid, Angst und Hoffnung liegen können.
Erfahrungen mit Menschen, die Gewalt ausgeübt haben
Im Kontakt mit Menschen, die Gewalt ausgeübt haben, habe ich gelernt, hinter die Fassade zu blicken und zu erkennen, dass hinter jedem Delikt eine individuelle Geschichte steht. Oft waren diese Geschichten geprägt von schwierigen Lebensumständen, persönlichen Krisen oder fehlenden Perspektiven. Diese Erkenntnis hat meinen Blick für die Komplexität menschlichen Handelns geschärft und mir gezeigt, wie wichtig Empathie, Mitgefühl und ein wertschätzender Umgang sind – auch wenn dies manchmal schwerfällt.
Erfahrungen mit Menschen, die Gewalt erlebt haben
Die Begegnungen mit Menschen, die Gewalt erlebt haben, haben mich tief bewegt. Die Ängste, Unsicherheiten und manchmal auch die Ohnmacht, die ich bei vielen Betroffenen beobachten konnte, haben mich nachhaltig beschäftigt. Es war oft schwer, mitanzusehen, wie sehr ein einzelnes Ereignis das Leben eines Menschen verändern kann. Besonders wichtig ist mir dabei geworden, Wege zu finden, wie man Menschen, die Gewalt erlebt haben, helfen kann, ihre Erfahrungen zu verarbeiten, damit aus Geschädigten nicht selbst Menschen werden, die Gewalt ausüben.
Fazit und persönliche Haltung
Diese Erfahrungen haben mir deutlich gemacht, wie wichtig es ist, beiden Seiten – Menschen, die Gewalt ausgeübt haben, wie auch Menschen, die Gewalt erlebt haben – mit Respekt und Verständnis zu begegnen. Sie haben mich gelehrt, aufmerksam zuzuhören, sensibel zu reagieren und immer wieder nach Wegen zu suchen, wie man Menschen in schwierigen Situationen unterstützen kann. Letztlich haben sie meinen Wunsch gestärkt, einen Beitrag zu mehr Gerechtigkeit und Menschlichkeit in der Welt zu leisten.
Berufliche Neuausrichtung und Spezialisierung
Die Frage, wie man Menschen, nachhaltig begleiten kann, prägte meinen beruflichen Werdegang maßgeblich. Aus diesem Antrieb heraus begann ich, mich intensiv mit Gewaltprävention, Achtsamkeit, Konfliktlösung, Deeskalation sowie verschiedenen Präventionsstrategien auseinanderzusetzen. Ich absolvierte gezielte Fortbildungen, darunter Seminare zu gewaltfreier Kommunikation, Methoden der Konfliktintervention sowie Workshops zur frühkindlichen Prävention.
2010 startete ich meine praktische Tätigkeit im Bereich Gewaltprävention: Zunächst leitete ich nebenberuflich Kurse in Kindergärten und Kindertagesstätten, in denen ich Kinder und Erzieher*innen für einen respektvollen und gewaltfreien Umgang sensibilisierte. Die positiven Rückmeldungen und sichtbaren Fortschritte bestärkten mich darin, diesen Weg weiterzugehen.
2015 traf ich die bewusste Entscheidung, den Justizdienst zu verlassen, um mich voll und ganz der Gewaltprävention und Konfliktarbeit zu widmen. Um meine fachlichen und pädagogischen Kompetenzen weiter zu vertiefen, begann ich eine Ausbildung zum Fachpädagogen für Konfliktkommunikation. Diese Qualifikation ermöglichte es mir, individuelle Präventionskonzepte zu entwickeln und zielgruppengerecht umzusetzen.
Heute setze ich mein Wissen und meine Erfahrung ein, um Menschen in unterschiedlichen Lebensbereichen zu stärken, Konflikte zu erkennen, zu verstehen und konstruktiv zu lösen
Aus- und Weiterbildungen
- Karatelehrer 5. DAN Shotokan Karate
- Aikido Lernender 3. Kyu
- ehem.Trainingsleiter für Justiz und Polizei in der Eigen- und Fremdsicherung
- Fachpädagoge für Konfliktkommunikation bei Ralf Bongartz
- Ausbildung zum KEB- Modell Trainer (Kontrolliert – Eskalierende _ Beharrlichkeit / Wenn Nervensägen an unseren Nerven sägen) bei Rudi Rhode
- Lehrtrainer für SAM (Systemisches Aggressionsmanagement) bei Dirk Schöwe
- Lehrender für AmiKi (Achtsamkeit mit Kindern und Jugendlichen) Ausbildung bei Arbor Seminare gGmbH
- Neurodeeskalation (Ausbildung bei Ressourcenreich in Österreich / Dr. Christoph Göttl)
- Regelmäßige Besuche von Schweige- und Achtsamkeits-Retreats